Wagen, was du dir wünschst

An einer Geburtstagsparty sprach mich eine sympathische ältere Dame an: „Bist du die Cordula, die gewagt hat, was sich alle wünschen, aber nie tun?“

Ich wusste zuerst nicht recht, was sie meinte, bis sie mir erklärte, dass wohl jeder die Sehnsucht in sich trägt, einmal Routine und Gewohntes hinter sich zu lassen, um an einem Sehnsuchtsort ein neues Leben zu wagen.

Ich wendete ein, dass das wohl nicht auf jeden zuträfe.
Dann erinnerte ich mich an meinen Abschied aus der Schweiz, sowohl vor meiner langen Reise durch den Nahen Osten als auch vor meinem Umzug nach Bethlehem.
Viele meiner Kolleginnen, auch solche, von denen ich es nie vermutet hatte, sagten oder schrieben mir im Vertrauen, wie sie sehr sie mich beneideten um mein bevorstehendes Abenteuer. Ihnen selber jedoch fehlte der Mut dazu.

Ich fragte die alte Dame, was sie sich denn gewünscht und doch nicht getan hätte.
„Ich hätte so gern Afrika bereist!“
„Warum tust du es denn nicht jetzt?“, wendete ich ein, denn sie erschien mir trotz ihres Alters durchaus wach und sehr lebendig.
Sie überlegte:
„ Ich weiß nicht, ob ich das schaffen würde…. Und damals waren da die Kinder…“.

Wir alle haben unsere Ausreden, wenn es darum geht, etwas zu wagen, um unsere Träume zu verwirklichen.
Ich erinnere mich an meine Top 8:

• Ich bin zu dick! (War ich nie….)
• Ich bin habe zu wenig Geld.
• Ich bin zu jung.
• Ich bin zu alt.
• Andere können das besser.
• Es ist zu riskant.
• Ich bin zu wenig ausgebildet.
• Mit Kind geht das nicht.

All dies zog ich hin und wieder im Laufe meines Leben heran, um zu rechtfertigen, dass mir der Spatz in der Hand sicherer schien als die Taube auf dem Dach.

Und manchmal ist er das auch!

Vielleicht reicht es meiner netten Gesprächspartnerin heute auf dem Sofa zu sitzen und mit den Enkeln Bildbände über die Tierwelt Afrikas anzuschauen.
Vielleicht müssen nicht alle Träume gelebt, alle Reisen unternommen, alle Traumjobs ausgeübt werden.

Die Art jedoch, mit der sie mich an diesem Fest angesprochen hatte, ließ ahnen, dass sie eine unerlöste Sehnsucht in sich trug, für die Afrika nur ein Zeichen war.

Stell dir von Zeit zu Zeit die Endlichkeit des eigenen Lebens vor:

Was wäre noch
ungesagt/ ungetan/ ungelöst/ unerlebt/ unerfahren,
wenn du jetzt gehen müsstest?
Und wenn etwas drängt, beweg dich in diese Richtung!
Setze alles daran, kremple zur Not dein ganzes Leben um,
damit es möglich wird oder schließe Frieden mit dem Verzicht.

Ich schätze mich glücklich, bisher vieles von dem getan zu haben, wonach mich mein Herz gedrängt hat:
Ich bin stolz darauf, eine wunderbare Tochter großgezogen zu haben und Großmutter zu sein.
Meine abenteuerlichen Reisen, meine Ausbildungen, meine Freundschaften, Lieben, mein mutiger Schritt in die Selbständigkeit, meine Jahre im Ausland und viele Erfahrungen am äußersten Rande der Komfortzone machen meine Vergangenheit sehr reich.
Ich bin entschlossen, auch meiner verbleibende Zeit den nötigen Glanz zu verleihen.

Falls du ein wenig Inspiration benötigst, um „in die Gänge zu kommen“, lege ich dir den Blog meiner wunderbaren Coachee Sabrina ans Herz, die sich aufgemacht hat, mit dem Fahrrad durch Norwegen zu fahren: https://www.meilenweit.blog

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