Furcht vorm Altern? Hier ist mein Plädoyer!

Ich habe den Wikipedia- Eintrag zum Thema „Altern“ gelesen.

Aha! Altern umfasst also „die Gesamtheit der körperlichen und geistigen Veränderungen von der Keimzelle bis zum Tod“.

Egal also, ob du 17, 30 oder 90 bist, du bist betroffen: 

Lies weiter!

 

Ich überfliege den Artikel wie viele andere zu diesem Thema vorher und sehe, dass älter werden vornehmlich als degenerativer Prozess beschrieben wird.
Und: Ich kann das in gewisser Weise bestätigen beim Blick in den Spiegel, diffusen Schmerzen im Knie und der Panik, die mich befällt, wenn ich die Lesebrille vergessen habe.
Ich muss auch zugeben, dass nicht mehr alle Wege offen stehen und alles erlernbar sein wird: Fließend chinesisch sprechen oder auf dem Klavier eine Beethoven– Sonate vortragen? Eher schwierig.

Fakt ist aber auch, dass ich mich heute in meinen 50ern auf vielen Ebenen erheblich besser fühle als früher.
Jeder Verlust geht mit Gewinn einher.
Ihn wahrzunehmen und zu nutzen allerdings setzt voraus,
dass wir achtsam mit uns selber sind,
uns nicht in Ablenkungen verlieren
und davon ausgehen, dass wir neben unserem physischen Körper über ein seelisch- geistiges Wesen verfügen.

Es ist Zeit zu festzustellen, dass
Altern neben Degenieren (Verlust) auch GENERIEREN (GEWINN) mit sich bringt.

 

UND HIER IST, WAS ICH ERFAHRE:

Ich fühle mich wohler in meinem Körper!

Da es mir nicht mehr selbstverständlich erscheint, dass er reibungslos funktioniert, nehme ich mich seiner mit mehr Achtsamkeit und Fürsorge an: Ich übe Yoga, esse bewusster, trinke viel, dusche morgens kalt. Ich habe mich versöhnt mit meinem Gewicht und kann ja sagen zu meinen physischen Besonderheiten
Ich messe mich weniger an unrealistischen Standards und habe längst aufgehört Frauenzeitschriften zu lesen, die diese propagieren.
Ich bewohne meine Körper bewusster und akzeptierender.

Raum für eigene Herzensprojekte

Ich muss mir keine Gedanken mehr machen, ob ich Kinder will und wie viele. Das Thema ist abgeschlossen. Meine Tochter ist erwachsen und mein Enkelkind darf ich auf eine Weise lieben, die nicht an die vollumfängliche Verantwortung gekoppelt ist. Das gibt mir Raum, mich auf meine Herzensprojekte zu konzentrieren und die Dinge, die in meinem Leben unerledigt geblieben sind.
Ich habe gelernt, allein sein zu können und die Fähigkeit erworben, mich mit Menschen und Dingen zu umgeben, die mir gut tun.

Der Blick aufs Wesentliche

Die verbleibende Lebenszeit ist absehbar und der Tod rückt näher. Damit wächst die Anforderung, der großen Transformation ins Auge zu sehen.
Mein Horizont wird weiter.
Mein Körper ist nur ein Aspekt meiner Identität. Ich wünsche mir, ihn eines Tages einvernehmlich und friedlich verlassen zu können.
Ich gewinne an Gelassenheit, schärfe den Sinn fürs Wesentliche und lasse ab von Ambitionen, die lediglich auf Statusgewinn ausgerichtet sind.
Meine spirituelle Praxis folgt nicht mehr dem Lust- oder Unlustprinzip, sondern ist eine feste Gewohnheit, die mich auch durch schwierige Phasen trägt.

Auf der Grundlage meiner Lebenserfahrung kann ich Ereignisse besser einordnen und bewerten. Vieles, was ich erlebt habe, hat sich in tiefere Einsicht verwandelt, an der andere teilhaben können.

Mehr innere Freiheit und Selbstakzeptanz

Ich muss mich meiner Ressourcen nicht mehr versichern, in dem ich Prüfungen ablege oder mich verstelle. Ich bin besser mit mir selber in Kontakt und unabhängiger von Bestätigung.

Tiefere Liebesfähigkeit

Der Körper baut ab… Damit geht für viele Frauen das Gefühl einher, nicht mehr begehrenswert zu sein oder gar unsichtbar zu werden.
Erwachsene reife Liebe fordert, dass wir Attraktivität neu definieren und einen neuen Begriff von Schönheit und Anziehung leben.
Falten um die Augen sind für mich ein Aufruf, gelebtes Leben zu würdigen und damit annehmender, tiefer und selbstloser in Verbindung zu gehen. Was wie eine harte Herausforderung klingt, kann, wenn es gelingt, ein beglückendes Geschenk sein.

Altern als bewusster Prozess

Fakt ist, dass die Gewinne sich nicht selbstverständlich einstellen. Alle meine älteren Rollenmodelle haben bewusst an sich gearbeitet um Krisen und schwere Erfahrungen in Weisheit zu verwandeln.

Schon als junge Frau habe ich mich inspirieren lassen von „Seniorinnen“ mit großer Ausstrahlung. Ich liebe es, wenn Frauen davon absehen, ihre äußerliche Jugendlichkeit künstlich zu erhalten und statt dessen ihrem Alter eine authentische Schönheit verleihen.

Einige meiner persönlichen „Ikonen“ sind

meine Gesangslehrerin Ruth Frenk, meine ältere Schwester Angelika, die Grand Dame des Kundalini Yoga Gurmukh, die DesignerinVivienne Westwood, das Model Iris Apfel, die Richterin Ruth Bader Ginsberg.

All diesen Frauen ist gemeinsam, dass sie ihr Leben damit verbracht haben das zu tun, was sie lieben und sinnvoll fanden.

Deshalb meine Aufforderung zu Beginn des Textes an alle jüngeren Leserinnen:
Gutes Altern beginnt jetzt.
Mach dich auf den Weg mit Authentizität, Tiefe, Liebe, Mut und Sinn!

Sie modellieren schöne Gesichter!

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